Meine Erfahrung als Juror beim Deutschen Immobilienpreis 2026
Am 25. März 2026 war es so weit: Im Palladium Köln wurde zum sechsten Mal der Deutsche Immobilienpreis (DIP) verliehen – und ich durfte dabei eine Rolle übernehmen, die mich nachhaltig beeindruckt hat. Als Ambassador der Kategorie „Local Hero“ habe ich nicht nur an der Jury mitgewirkt, sondern auch die Laudatio auf der Bühne gehalten.
Der DIP, veranstaltet von immowelt (Teil der AVIV Group), zeichnet seit 2020 jährlich herausragende Leistungen aus der Immobilienbranche aus – in neun Kategorien, bewertet von einer unabhängigen Jury. Wer hier nominiert ist, hat sich nicht einfach irgendwo registriert. Die Bewerbungen werden von der Jury ernsthaft gelesen, diskutiert und gewogen.
Elf unabhängige Expertinnen und Experten aus der Immobilienwirtschaft haben die Bewerbungen gesichtet und bewertet:
Foto: Marvin Ruppert
„Local Hero“ klingt zunächst einfach. Ist es aber nicht. Die Kategorie sucht Maklerinnen und Makler, die nicht nur in ihrer Region erfolgreich sind, sondern sich auch wirklich verankert haben – unternehmerisch und menschlich. Wachstum, regionale Verwurzelung, ehrenamtliches Engagement, Überzeugungskraft: Alles zählt. Und das Spannende: Es gibt selten eine Bewerbung, die in allen Dimensionen gleichzeitig überzeugt.
In diesem Jahr waren drei außergewöhnliche Persönlichkeiten nominiert:
Jürgen Hentschel aus Ratzeburg – seit über 30 Jahren im Markt, Umsatz verachtfacht, fünfmal Focus TOP Makler, und heute stellvertretender Bürgermeister seiner Stadt. Ein Mann, der einfach sagt: „Neugierig bleiben.“ Und es so meint.
Peggy Stüber aus dem Westerwald – mit 45 Jahren noch mal studiert, mit 48 das eigene Büro gegründet, Ehrennadel des Landes Rheinland-Pfalz. Eine Frau, die ich aus meinem Podcast kenne und die sich alles, was sie hat, selbst aufgebaut hat.
Gisela & Dr. Christoph von Quast aus Pürgen bei Landsberg am Lech – seit über 40 Jahren im selben Markt, und trotzdem: In den letzten Jahren haben sie ihr Unternehmen digital neu erfunden. Mit 70 und 76 Jahren.
Ich habe alle Bewerbungsunterlagen vollständig gelesen: Pitches, Dokumentationen, Fragebögen, Marktreporte. Was man dabei lernt: Papier lügt selten. Entweder steckt echte Substanz dahinter – oder man merkt schnell, dass jemand gut formuliert hat, ohne viel zu sagen.
Die Entscheidungsfindung war keine leichte. Es gab keine eindeutige Nummer eins. Es gab eine Abwägung von Werten: Ist unternehmerisches Wachstum wichtiger als gesellschaftliche Tiefe? Kann man das überhaupt gegeneinander aufrechnen?
Am Ende hat die Jury die Gesamtschau aller fünf Dimensionen bewertet – und Peggy Stüber gewann als Local Hero 2026. Eine Entscheidung, die ich in meiner Laudatio mit Überzeugung vertreten konnte. Nicht weil sie die einfachste war, sondern weil Peggy das verkörpert, was die Kategorie meint: jemand, der nicht fragt „Wie wirke ich?“ – sondern „Wem helfe ich?“
Foto: Lars Hübner
Als Podcaster spreche ich regelmäßig mit Maklern, die Außergewöhnliches leisten. Aber als Juror schaut man anders hin. Man muss begründen. Man muss vergleichen. Man muss fair bleiben – gegenüber allen drei Nominierten.
Das hat meine Sicht auf das geschärft, was wirklich zählt in dieser Branche: nicht der lauteste Auftritt, sondern die ehrlichste Substanz. Nicht die perfekteste Präsentation, sondern die Geschichte dahinter.
Ich bin dankbar für diese Erfahrung. Und ich freue mich, wenn der DIP auch in den nächsten Jahren zeigt: In der Immobilienbranche gibt es Menschen, die ihren Beruf nicht nur ausüben – sondern leben.
Foto: Malte Dibbern
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